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Waltraud Enders langjähriges Vereinsmitglied ist am 29.04.2017 verstorben

02.05.2017

Waltraud Enders ist am Samstag, 29.04.2017 mit 89 Jahren von uns gegangen...

 
 

Wir gedenken unserem langjährigen Vereinsmitglied Waltraud Enders, die im Alter 89 Jahren von uns gegangen ist und bis zuletzt dem TC SW Kehl treu geblieben ist.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 06.05.2017 um 11.00 Uhr in der Kirche St. Maria statt.

 
 
Kehler Zeitung am 02.05.2017
Kehler Zeitung am 02.05.2017

Nachruf zum Tod von Waltraud Enders 

(Übernommen aus )

Die frühere Gästeführerin ist im Alter von 89 Jahren gestorben / Sie fühlte sich ihren Mitmenschen in Kehl verpflichtet

Waltraud Enders - Foto: Klaus ElffWaltraud Enders ist am vergangenen Samstag im Alter von 89 Jahren verstorben. Die Kehlerin hat Stadtgeschichte geschrieben – und das im doppelten Sinn.

In vielen Ehrenämtern hat Waltraud Enders viel bewegt, zum Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung. Und sie hat Stadtgeschichte aufgeschrieben und als Gästeführerin weitergegeben. »Mit leuchtenden Augen erzählt die Gästeführerin ...«, schrieb die Kehler Zeitung am 14. Juni 2012. Thema der Führung waren außergewöhnliche Frauen in Kehl. Eine außergewöhnliche Frau war auch Waltraud Enders.

Geboren in Berlin, aufgewachsen in Danzig, geriet sie auf der Flucht im Zweiten Weltkrieg nach Münster/Westfalen. Hier lehrte ihr Großvater, und hier studierte sie Zoologie, Botanik und Geografie. Weil sie so schrecklich mager war, teilte der Dekan die Studentin Waltraud Beesel, ihr Mädchenname, zur Essensausgabe in der Mensa ein, berichtete sie später. In dieser Mensa kreuzten sich 1947 die Wege von Waltraud Beesel und Hans Enders, der Jura studierte. Weil offenbar auch Hans Enders mager war, legte Waltraud auf seinen Teller stets eine größere Portion (Kehler Familiengeschichten Band 3, Seite 41).

Mit dem Bügelbrett

Dabei blieb es nicht. 1951, nach Abschluss der Studien, heirateten sie und machten sich auf den Weg in die eigentliche Heimat der Familie Enders, nach Kehl. »Mit Koffern, Bügelbrett und Abendbrottasche« gelangten sie nach einer Tagesreise in ihre kleine Wohnung in einem Reihenhaus an der Schutter, berichtete Waltraud Enders 2010 in der Broschüre des Seniorenbüros »Mein Weg nach Kehl«. Das Bügelbrett war ein Hochzeitsgeschenk, die Abendbrottasche eine Starthilfe, die die Großmutter in Münster mitgegeben hatte.

Der Start war dennoch nicht leicht. Hans Enders arbeitete in der Anwaltskanzlei seines Vaters, die während der Zeit der französischen Besatzung Kehls nach Renchen ausgelagert war. 1952 kam das erste Kind zur Welt. Schließlich waren es vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. 

Waltraud Enders fühlte sich den Mitmenschen verpflichtet. Sie war viele Jahre Elternbeiratsvorsitzende, zunächst an der Falkenhausenschule, dann am Einstein-Gymnasium. Von 1982 bis 1999 war sie Vorsitzende der Lebenshilfe Kehl-Hanauerland e.V. Sie blieb dem Verein auch danach als Vorstandsmitglied verbunden. 

In vielen weiteren Vereinen war sie aktiv und ihr Rat gefragt: im Historischen Verein Kehl, im Bürgerverein Tangente, im Tennisclub SW Kehl, im Seniorenbüro. 2002 ließ sie sich zur Gästeführerin ausbilden und zertifizieren. Ihre Führungen durch Kehl und Straßburg waren gefragt, denn sie gab ihr beachtliches Wissen begeistert und begeisternd wieder. Eine »quirlige Rentnerin« nannte die junge Journalistin der Kehler Zeitung sie 2012 in ihrem Beitrag.
Doch nach einem Sturz war sie bald darauf in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt. Schließlich konnte sie nur noch im Rollstuhl am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. 

Neue Heimat Kehl

Bleiben werden ihre schriftlichen Beiträge zur Geschichte und Kunstgeschichte Kehls und Straßburgs. Einer der letzten war dem Münsterbaumeister Johann Knauth (1864-1924) gewidmet, erschienen 2013 in »Faszination Straßburg«. Und eins ihrer letzten und schönsten Weihnachtsgeschenke war vermutlich das Buch »Der Riss im Pfeiler«, das ihr Sohn Klaus Stefan ihr 2016 gewidmet hat. Darin schildert er in Briefform das bewegte Leben eben jenes Münsterbaumeisters Knauth.

Anders als Knauth, der 1921 nach seiner Vertreibung aus Straßburg keine neue Heimat gefunden hat und verbittert 1924 in Gengenbach starb, schien Waltraud Enders mit ihrer Heimat Kehl zufrieden, ja mehr als das: »Bleibt nachzutragen, dass Kehl uns, meinem Mann und mir, die wir beide die Heimat unserer Kindheit und Jugendjahre verloren hatten, zur geliebten Heimat wurde«, schrieb sie 2010 in der zitierten Broschüre des Seniorenbüros. Diese Zuneigung der Verstorbenen zu Kehl und seinen Bewohnern beruhte auf Gegenseitigkeit.

Autor: Hans-Ulrich Müller-Russell

Foto: Klaus Elff

 
 

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